Klassentreffen im Sexshop (bzw. Erotikshop)

Ich staunte nicht schlecht, als ich ein meinen Geburtsort in der Innerschweiz zurück kehrte. Nach all den Jahren in Island ist aus diesem kleinen Kaff doch noch ein Dorf geworden. Glück hatte ich auch bei der Suche nach meinen alten Schulfreundinnen. Katja wohnte noch immer in der Gemeinde, so beschlossen wir meine Rückkehr mit einem Shoppingtag zu feiern.
Ich brauchte vor allem neue Unterwäsche, doch die Preise im Fachgeschäft für Dessous waren erschreckend. Katja lächelte mich an und meinte, ich zeige dir wo du dies zu vernünftigen Preisen kriegst. Gespannt liess ich mich führen, doch brachte sie mich zu einen Sexshop. „Ich will nicht in einen Sexshop“ sagte ich, doch sie meinte „das ist nur ein Erotikshop, Sex kann man hier nicht kaufen“. Als ich frage warum dann doch auf dem Schild Sexshop steht meinte sie, das sei neuerdings normal. Es sei halt ein Erotikshop / Sexshop.
Als wir dann doch in dem Sexshop waren musste ich der Katja recht geben. Es waren genau die gleichen Dessous wie im anderen Laden, sogar die gleich Marke, aber zum halben Preis. Doch dies interessierte mich nicht mehr, als ich den Manuell erkannte. Der kleine Manu dem wir immer in der Pause Juckpulver in die Hosen geleert haben. Mit einem Klaps auf den Rücken begrüsste ich ihn „Hallo Manu, na sowas, dass wir uns im Sexshop sehen hätte ich nie gedacht. Was kaufst du denn da? Das ist ja eine Vagina aus Gummi, hast wohl noch nie eine echte gekriegt?“. Ein Verkäufer im Erotikshop bzw. korrekterweise ja angeblich Sexshop kam auf mich zu und forderte mich auf zu gehen. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es mich nicht stört, dass der Manu ein Perversling geworden ist, aber er bestand weiterhin darauf, dass ich seinen Erotikshop verlasse. Wir gingen dann auch, Katja konnte sich vor Lachen nicht mehr halten und mir ging der rote Kopf vom Manu im Erotikshop auch nicht mehr aus den Gedanken.
Wir fanden es so lustig, dass wir beschlossen auf dem Parkplatz vor dem Sexshop die Kunden weiterhin zu beobachten. Die meisten Männer die den Laden verliessen versuchten oft ihre Einkaufstüten möglichst hinter ihrem Rücken zu verstecken, das obwohl nirgends Erotikshop (und Übrigends auch nicht Sexshop) darauf geschrieben stand. Plötzlich erkannte ich unseren alten Algebra Lehrer und rief ihm zu „Hallo Herr Müller, hat man sie auch aus dem Sexshop geworfen?“. Sein Blick drehte von uns ab als er mit doppeltem Lauftempo auf seinen Wagen zusteuerte. Unser Spass endete aus ein Polizist auftauchte und uns aufforderte das Areal zu verlassen. Als wäre es verboten vor einem Erotikshop zu warten. Nichts desto trotz, ich habe mir wohl genug stille Feinde an dem Tag gemacht, also war es vielleicht auch besser das Areal zu verlassen. So jung wie an diesem Tag habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.